Vorbereitungen auf die fakultätsöffentliche Präsentation

Die Uni Wien führt die FÖP durch, um den Erfolg Ihrer Dissertation wahrscheinlicher zu machen.

Zur Länge der schriftlichen und mündlichen Darstellungen, zu möglichen Terminen und zum genauen Ablauf Ihres Gesamtvorhabens von der FÖP bis zur fertigen Dissertation gibt es eine Reihe von Informationen, die Sie auf den Unterseiten finden.

Im Folgenden finden Sie noch eine Reihe weiterer Hinweise, die Sie bei der Vorbereitung für die FÖP und in der konkreten Situation unterstützen können:

Die FÖP sollte zu einem frühen Zeitpunkt Ihres Dissertationsvorhabens erfolgen. Ein guter Zeitpunkt für Ihre FÖP ist in der Regel zwischen 3 und 12 Monaten nach Beginn Ihres Dissertationsvorhabens. Sprechen Sie das Dissertationsvorhaben im Vorfeld mit Ihrer/Ihrem Betreuerin/Betreuer detailliert ab, ebenso wie den Zeitplan.


Die schriftliche und mündliche Darstellung Ihres Dissertationsvorhabens sollte folgende Merkmale aufweisen und auch mit der/dem Betreuerin/Betreuer besprochen sein:

  • APA-Konformität (z. B. korrekte Literaturliste; Ausschreiben von Abkürzungen bei erster Verwendung; Definition von Fachbegriffen, die nicht im Duden stehen [oder anders verwendet werden] bei erster Verwendung).
  • Verständlichkeit (nicht zu kurz argumentieren; Fachjargon vermeiden oder erklären; nicht zu viel Wissen seitens der LeserInnen und ZuhörerInnen voraussetzen; ggf. Abbildungen oder Tabellen verwenden).
  • Struktur (Abfolge der Abschnitte: Theorie, Fragestellungen, Untersuchungsdesigns, Ergebnis-Analysemethoden, Literaturliste; keine Sinnsprünge zwischen den Abschnitten; explizite Strukturhinweise/Lesehilfen; klare optische Gliederung in unterschiedliche Textebenen).
  • Fehlerfreiheit/ Sorgfalt (Satzbau; Grammatik; Ausdruck; Orthographie; Zeichensetzung -> siehe auch Verständlichkeit).
  • Vollständigkeit (betrifft Fragen nach den wesentlichen Inhalten [von Texten, Theorien etc.], Vollständigkeit bei der Beantwortung aller von Ihnen aufgeworfenen Fragen; Vollständigkeit des Fortgangs der eigenen Argumentationsstruktur; Poweranalysen zur Begründung der Versuchspersonenzahlen usw.).
  • Plausibilität/Überzeugungskraft (betrifft Argumente, die durch theoretischen Annahmen/ Modellen, Daten und Prozeduren gestützt werden, die man nachvollziehen kann).
  • Originalität (z. B. Betrachtung von einem sehr klar formulierten theoretischen Standpunkt aus; besondere Verbindungen zwischen Wissensbereichen, die passen, aber nicht augenfällig sind oder nicht schon zig mal in Texten publiziert und konstatiert wurden; Brillanz der Darstellung).
  • Arbeitsplan (wann passiert was; auf Realismus und Machbarkeit achten).
  • Disseminationsstrategie (wo soll publiziert werden; auf welchen Konferenzen wird präsentiert).
  • Ggf. Angaben zur Finanzierung (der eigenen Stelle; der Forschung, z. B. der ProbandInnen; von Geräten; von notwendigen Forschungsreisen etc.; siehe auch Realismus und Vollständigkeit).

Die Texte und die Vorträge können auf Deutsch oder auf Englisch sein.


Vor der FÖP

Schauen Sie sich die FÖP einmal an, bevor Sie selbst dort vortragen. So bekommen Sie einen Eindruck von der Atmosphäre und dem Niveau der Präsentationen. Empfohlen wird, dass Sie nach Möglichkeit einmal Ihren FÖP-Vortrag zur Probe im DissertantInnenseminar oder anderen Formaten Ihrer/Ihrem Betreuerin/Betreuer präsentieren. Laden Sie dazu insbesondere auch Kolleginnen/Kollegen ein, die Ihnen wertvolles Feedback zu Ihrer Präsentation geben können.


Zur Situation während der FÖP

Der FÖP-Vortrag ist auf maximal 20 Minuten anzulegen, damit anschließend genügend Zeit für die Diskussion vorhanden ist. Ihre/Ihr Betreuerin/Betreuer sollte anwesend sein; sie/er kann Ihnen helfen, z. B. Fragen zu beantworten, wenn Sie einmal passen müssen.

In der FÖP werden Sie in der Regel von drei Fachkolleginnen/Fachkollegen (= "Beiräten") beurteilt, die nicht selbst in Ihrem Forschungsgebiet tätig sein müssen. Daher: Setzen Sie bei den Beiräten nicht zu viel Vorwissen über Ihr Forschungsgebiet voraus. Stellen Sie Ihre Darstellungen auf eine intelligente, interessierte, aber nicht mit Ihrem Spezialfachgebiet vertraute Zuhörerinnenschaft/Zuhörerschaft ab. Die Beiräte haben im Vorfeld auch Ihr schriftliches Konzept erhalten, ebenso wie die zuständige Studienprogrammleitung (SPL). Dies trifft nicht auf die anderen TeilnehmerInnen zu.

Wenn es Kritik bzw. Verbesserungsvorschhläge gibt, dann halten Sie sich vor Augen, dass die gegenseitige Kritik von Forschungsvorhaben in der Wissenschaft ein wichtiges Instrument zur Erhöhung von Qualität ist. Kritik ist also normal, da es ja auch eine wichtige Funktion der FÖP ist, Sie bei der Planung Ihres Forschungsvorhabens zu unterstützen. Kritik soll daher nicht persönlich aufgefasst werden. Versuchen Sie vielmehr konstruktiv mit dieser Kritik umzugehen. Vielleicht erscheinen Ihnen manche Kritikpunkte aber auch unzutreffend oder nicht konstruktiv. Erläutern Sie dann ruhig warum.

Am Ende der FÖP steht die Annahme oder, sehr selten, die Ablehnung des Vorhabens. Bei einer Ablehung empfehlen wir, dass Sie das Thema zurückziehen. Dadurch können Sie die Kritik in einer Revision Ihrer schriftlichen Darlegungen berücksichtigen und später erneut präsentieren. Es empfiehlt sich, dass Sie sich im Vorfeld dazu mit Ihrer/Ihrem Betreuerin/Betreuer beraten.